Über uns

„Da Tölza Garten“ nennt sich der Gemeinschaftsgarten am Franziskuszentrum in Bad Tölz. Gemeinsam erfüllen wir den alten Klostergarten mit neuem Leben.
Gemeinschaftsgärten sind mehr als eine Mode. Immer mehr davon gibt es inzwischen auch in Deutschland. Sich gemeinsam zu Gartengruppen zusammentun ist Ausdruck eines starken Lebensgefühls. Es macht unabhängig von großen Konzernen, wenn man sich selbst – und bald auch eine Vielzahl andere Leute – mit Nahrung versorgen kann.

Der „TölzaGarten“ – ein Sozialraum
Der ehemalige Klostergarten ist grünes Klassenzimmer, Gemeinschaftsgarten, Erholungs- und Bewegungsraum, Bewegung, Raum für Kreativität sowie Begegnungsstätte für alle Generationen und Nationen – und das schon seit Herbst 2013. Ursprünglich hatten zwölf Aktive der Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen rund um Rose Beyer den Gemeinschaftsgarten gegründet. Der BN ist auch Träger desselben und darf das 3.000 qm große Grundstück nutzen. Der Garten war usprünglich der Nutzgarten der Franziskanermönche am ehemaligen Kloster im Zentrum der Kleinstadt Bad Tölz. 2009 hatte die Stadt das Grundstück gekauft und ins Sozialzentrum umgewandelt. Da passt ein „sozialer Garten“ doch recht gut dazu. Im Haus sind Caritas, BRK, Diakonie und andere zuhause. Der Garten dient aber nicht nur den Besuchern des Hauses als Oase und Treffpunkt, sondern er ist ein öffentlicher Garten. Zahlreiche Feste – z.B. das Bunte Fest aller Nationen, das jährliche Pfarrfest, die Elternfeste der Grundschulen oder auch das eine oder andere Picknick oder Kindergeburtstage – finden dort statt.

Aktiv für Mensch und Tier
Den Aktiven der Gartengruppe macht es vor allem Freude zu sehen, wie Kinder an den Gartenprojekten wachsen. An die 80 Schulklassen kommen pro Schuljahr zum Gartenbauunterricht und zur Schulimkerei. Durch die intensive Begegnung mit der Natur und vor allem auch mit Tieren – Gartenvögeln, Regenwürmern, Schnecken, Schmetterlingen – sollen Tiere als zu respektierende Lebewesen und Nutztiere des Menschen vermittelt werden. In immer neuen Situationen müssen sich die Kinder neu ausprobieren. In immer neu zusammengesetzten Arbeitsgruppen funktionieren sie wie von selbst als Gruppe. Jeder bringt ein, was er kann und weiß. Man lernt, im Team zu arbeiten. Unter Heranführung von Ehrenamtlichen lernt man viel über gesunde, regional angebaute Nahrung und wie man Wissen und Werkzeug teilt. Nicht nur Kinder, lernen dort, sich selbst zu versorgen. Beim gemeinsamen Gardening mit Jung und Alt entstehen Projekte und Freundschaften. Der TölzaGarten ist ein reichhaltiger Garten – eine Grüne Oase – mit einer hohen biologischen Vielfalt: voller Blumen und Pflanzen, mit Vögeln, Bienen und Schmetterlingen. Uralte Kirsch- und Apfelbäume stehen mit neu gepflanzten Sträuchern, Stauden und Pflanzen zusammen. Gepflanzt wird im Gemeinschaftsaktionen.

Biologische Vielfalt – immer im Wandel
Die Auswahl der Pflanzen passt zu den natürlichen und historischen Bedingungen in dem ehemaligen Klostergarten, in dem es einst schon Kastanien und Pfingstrosen gab. Geachtet wird auch auf die Geschichte des Areals. Um den heiligen Franziskus besonders zu nennen. War hier einst doch ein Franziskanerkloster. Der Einsatz chemischer Dünger und Pflanzenschutzmittel ist strikt verboten, immer im Hinblick auf den Schutz der biologischen Vielfalt von Pflanzen, Tieren, Vögeln und Insekten, die hier Nahrung und Schutz bieten. Wege und Flächen sind so gestaltet, dass möglichst viel Regenwasser versickern kann. Eine Wasserfläche – ein kleines Biotop mit Wasserspiel – ist integriert. Ein Trockenbeet bietet Platz für Kräuter. Aber auch Wildkräuter wie Giersch oder Brennessel müssen hier nicht weichen. Abgeerntetes dient als Kompost für die Zukunft. Vielleicht überwintert im Laubhaufen auch ein Igel – wer weiß das schon? Kurzgeschorenen Rasen gibt es hier nicht – wir mähen mit der Hand – mit Sense und Sichel – und die Bienen freuen sich über die lang stehende Wiese mit Margeriten, Klee, Gänseblümchen und vielen weiteren Blühern.

Blühende Stauden und Kleingehölze bringen einen zum Staunen. Nistmöglichkeiten für Vögel werden in Bauprojekten mit Langzeitarbeitslosen und Asylbewerbern erschaffen. Das ganze Jahr über ist der Garten offen – nie abgesperrt. Geerntet werden nicht nur Kräuter, Obst und Gemüse sondern auch das Saatgut für die Zukunft gesammelt. Der TölzaGarten ist einer, der nie fertig ist und immer im Wandel…

Unsere Mitgartlertage:

immer am 1. Samstag im Monat, jeweils ab 14 Uhr

Ernährung ist die Grundlage des Lebens. Das haben nicht erst die Tölzer Franziskaner-Mönche erkannt. Die Freude an natürlichem Wachstum ist Ausdruck elementarer Grundbedürfnisse. Diese Beschäftigung wird künftig verstärkt in Städten stattfinden. Wir sehen voraus, dass Gärtnern in Zukunft immer selbstverständlicher als Teil des Stadt-Lebens begriffen wird. Wir möchten einen vielfältigen, nachhaltigen Gemeinschaftsgarten schaffen.
Einen Ort der Begegnung für Alt und Jung. Einen Platz zum Lernen und Erfahren. Hier können nicht nur Kinder neugierig sein und Neues ausprobieren. Gesunde und Kranke lernen (wieder), ihre innere Mitte bei der Gartenarbeit zu finden.

Wir fanden es schade, dass die 3.000 Quadratmeter Fläche des Gartens in einem langen „Dornröschenschlaf“ lagen. Gemeinsam mit der Stadt Bad Tölz fanden wir eine Nutzungslösung. Seit April 2014 laufen nun die Arbeiten der festen Gartengruppe, die etwa zwölf Mitglieder zählt. Zu jedem Treffen kommen Interessierte dazu. Erste Beete wurden – gemeinsam mit Schülern – angelegt. Um die Tölzer von Anfang an ins Projekt zu integrieren, schenkte der BN frischgebackenen Eltern Bäumchen, die nun in einer Vogelnährhecke zusammenstehen. Wir errichteten ein Gewächshaus. Auch das alte, kleine Laubenhäuschen wurde durch eine neue, größere Laube ersetzt, die als „Grünes Klassenzimmer“ für Tölzer (Vor-)Schüler dienen soll. In vielen kleinen Schritten sollen im Garten Beeren, Nüsse, Obst, Gemüse und Kräuter wieder an die rege Anbautätigkeit der Franziskaner-Mönche erinnern.

Garten-Regeln:Unser Garten wird biologisch und nach den Prinzipien der Permakultur bewirtschaftet. Wir benutzen keine chemischen Dünger oder Pflanzenschutzmittel. Stattdessen verwenden wir Mulch, Em, Kräuerjauche, TerraPreta u.a. ökologische Mittel. Wir verwenden keinen Torf. Um die Moore zu schützen arbeiten wir nur mit torffreier Erde. Wir verwerten alle Gartenabfälle. Oberste Priorität ist die Verbesserung des Bodens, da dies auch bedeutet, dass wir gesunde und schädlingsresistente Pflanzen haben.